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INSIDE TRACKS #9: Odd Job über „Reset“

Die Rubrik INSIDE TRACKS erzählt Entstehungsgeschichten und Hintergründe von Musik. In Episode #9 spricht Odd Job über sein Produceralbum „Reset“.

Kingz (feat. Pierre Sonality)

„Kingz“ ist einer der ersten Tracks, die für das Album entstanden sind. Den Beat hatte ich Pierre Sonality vor zwei oder drei Jahren einfach so geschickt, ohne irgendwelche Hintergedanken. Er hat dann einfach ohne zu fragen ein Intro gemacht. (lacht) Er wusste halt, dass ich ein Album machen werde und auch, wie es heißen wird. Deswegen erwähnt er „Reset“ auch im Text. Er hat daraus ein richtig cooles Intro gemacht und erwähnt ja sogar noch Marcus B. – das Intro ist also sozusagen aus der Zeit, als Marcus B. noch gelebt hat. Es werden alle Funkverteidiger im Track erwähnt, und auch die Leute, die gar nicht „Reset“ vertreten sind. Das war dann der Grund, warum ich den Track „Kingz“ genannt habe. Der Beat gefällt mir definitiv sehr gut, der basiert auf einem DDR-Sample. Bei vielen Leuten, die das Album zum ersten Mal hören, ist es auch direkt einer der Lieblingstracks.

Reset (feat. Maulheld, DJ Lukutsz & Mase)

Das ist der erste oder zweite Track, den ich mit Hinblick auf das Album aufnehmen lassen habe. Er ist auch schon drei oder vier Jahre alt. Der Beat hat tatsächlich schon vor dem 2013er „Preset“-Album existiert. Ursprünglich wollte ich mal eine Remix-Platte mit Ami-Acapellas machen, dafür hatte ich den Beat ursprünglich gemacht. Ich glaube, ich hatte ein Acapella von Blaq Poet eingebaut. Die Scratches in der Hook von DJ Lukutsz sind auf jeden Fall noch die gleiche Cuts von damals, die auf diesem Remix drauf waren. Ich war lange Zeit nicht zufrieden mit dem Track, und so haben wir den mehrfach aufgenommen. Mase und Maulheld haben da ganz schön geschwitzt und hatten irgendwann keinen Bock mehr auf den Track. (lacht) Das war ganz schön anstrengend. Ich hab den Track bestimmt fünfmal gemischt, aber jetzt bin ich zufrieden. Die erste Zeile von Mase finde ich sehr geil: „Helden im Blitzlicht melken die Cashcow, Rebellen im Business verwelken im Schlepptau“. Damit kann ich mich mega identifizieren. (lacht)

Glashütte (feat. Desert.D)

Das ist einer meiner Lieblingstracks auf dem Album. Desert.D war für mich schon immer einer der besten MCs in Leipzig, deswegen hat es mich sehr gefreut mit ihm Mucke machen zu können. Inhaltlich ist der Track auch ziemlich stark, weil er solche rückblickende Momente hat. Ich kriege es leider nicht mehr ganz zusammen, aber Desert.D meint immer, es gibt so drei Säulen des Rap: Apokalypse, Battle… (lacht) … und ich glaube Saufen war die dritte. Der Track hat alles davon. Die Stimmung erinnert mich ein bisschen an „A Gangster And A Gentleman“ von Styles P, das hat einen ähnlichen, flächigen Sound.

Cover zu "Reset" von Odd Job
Cover zu „Reset“ von Odd Job

Beastmode (feat. Lun)

„Beastmode“ ist eigentlich ein Remix. Lun hat den Track für sein Album aufgenommen, was hoffentlich irgendwann erscheinen wird. Ich habe das Acapella einfach mal auf einen anderen Beat gelegt, den ich gebaut habe und gemerkt, dass es übelst gut zusammen passt. Dann habe ich ihn dazu überredet, dass ich den Track nutzen durfte. Ich finde ja, dass er ein bisschen was von Da Lench Mob hat. Eigentlich wollte ich noch auf die Platte schreiben, dass es ein Remix ist. Das habe ich dann aber vergessen. (lacht)

Interlude I

Das ist halt das erste Zwischenspiel und relativ unspektakulär.

Defizit (feat. Galv & Maulheld)

Galv und Maulheld haben den Track bei Maulheld im Studio aufgenommen. Für viele Leute, denen ich das Album gezeigt habe, war das der Burner. Ein ziemlich geiler Track, und man hört auch, dass sie den Text zusammen geschrieben haben und zusammen aufgenommen haben. Das könnte tatsächlich auch der erste Track sein, der in der Kombination Galv und Maulheld rauskommt. Ich glaub die haben mit dude26 schon mal einen gemeinsamen Track recordet, aber ich weiss nicht ob der draussen ist. Der Beat ist ein halbes Zufallsprodukt, den könnte ich gar nicht so nachproduzieren.

Sipp Sipp (feat. Pierre Sonality, Maulheld, Mase & Katharsis)

Nach dem „Spliffmeister“ Videodreh für Mase haben wir den Track bei Maulheld im Studio aufgenommen. Pierre war an dem Tag in Leipzig und ich weiß noch, dass es abends ein Gewitter gab. Pierre hat in zehn Minuten Hook und Part geschrieben, Maulheld hat sofort nachgezogen. Dann haben wir uns noch Mase und Katharsis dazu geholt, die auch abgeliefert haben. So ist es zu diesem Funkverteidiger-Posse-Track gekommen. Am Anfang des Tracks ist ein Sample von „Hass – La Haine“, vielleicht erkennt das ja der ein oder andere. Im Endeffekt ist es ein Gute-Laune-Track – er führte zu der Entscheidung, dass „Reset“ im Sommer releaset wird. Ist jetzt noch Sommer? Ja, wahrscheinlich schon. (lacht) Das hab ich so halbwegs hinbekommen. Im Endeffekt war es der sechste oder siebte Track, der entstanden ist. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, das die ganze Sache einen positiven Charakter haben sollte. Der Track hat also schon den Vibe der Platte definiert.

A Father’s Dream (feat. Katharsis & Exodus)

Ich glaube das ist tatsächlich der älteste Track auf dem Album, der könnte noch von 2011 sein. Ich finde auf jeden Fall, dass es Katharsis sein bester Part aller Zeiten ist. Er wollte den schon öfters selbst veröffentlichen auf seinen Releases, ich konnte ihn aber immer davon abhalten. Exodus hat damals noch in Leipzig gewohnt, mittlerweile hat er auch schon viele eigene Sachen herausgebracht, unter anderem mit Pawcut. Er hat auch eine geile Strophe abgeliefert und hat eine krasse Stimme.

König für 1 Tag (feat. Lars vom Dorf, Exodus & Maulheld)

Der Track ist ungefähr zur selben Zeit entstanden wie „A Father’s Dream“. Ich glaube das war damals, als wir den Splash-Auftritt hatten. Lars hat davor ein paar Tage in meiner Bude in Leipzig gechillt, und da ist auch der Track entstanden. Er ist ein Top-MC und hat einen mega Part abgeliefert. Ich weiß aber gar nicht, ob er überhaupt noch Musik macht. „König für 1 Tag“ ist auf jeden Fall der deepste Track vom Album. Ich habe nachträglich noch ein paar Synth-Sounds in der Hook eingebaut, die Hook von Maulheld kam später dazu. Aufgenommen haben wir bei Katharsis.

Primus (feat. O-Flow & DJ Lukutsz)

O-Flow war in letzter Zeit ziemlich busy, weil er sein Staatsexamen gemacht hat. Deswegen hatte ich ihn eigentlich gar nicht richtig auf dem Schirm als Feature, obwohl er ein Kumpel ist und ich gern mit ihm Mucke machen. Dann habe ich aber gehört, dass er grad mit DJ Lukutsz eine Platte macht, die ich auch mischen soll. So gab es dann wieder Kontakt mit O-Flow, und er wollte unbedingt mit auf das Album. Das fand ich super, also hab ich ihm den Beat geschickt, der ihm gleich gefallen hat. Der Track ist dann in kürzester Zeit entstanden, Lukutsz hat die Cuts gemacht.

Odd Afternoon (feat. Pierre Sonality & AzudemSK)

Das ist auf jeden Fall einer der neuesten Tracks. Ich war im Juli bei Pierre zu seinem Geburtstag und AzudemSK war auch da. Ich wollte halt noch einen Track fürs Album haben und AzudemSK auch drauf haben. Pierre hat sich dann ziemlich schnell die Hook ausgedacht – wir waren beim Schreiben und Aufnehmen auf jeden Fall total blau. Ich bin fast eingeschlafen dabei.

Für die Hater (feat. Enemies)

Der Name ist angelehnt an diesen NOK-Track „Für die Hater“ vom „A-Sepsis“-Tape. Die Enemies habe ich kennengelernt, weil sie inzwischen schon zweimal in Leipzig in der DHF aufgetreten sind. Die machen gut Alarm, das hat mich ein bisschen an NOK erinnert. Ich hab die dann einfach vollgequatscht ob sie Bock haben, auch auf dem Album zu sein. Das war dann so ein klassisches Spuren-Schicken-Ding. Ich habe den Jungs drei Beats geschickt – und der, den ich extra für sie produziert hatte, ist es dann auch geworden. Das Sample in der Hook ist von Herb McGruff, der mit Big L in der Crew Children of the Corn war. Es ist echt ein sehr cooler Track geworden.

Interlude II

Da habe ich einen Youtuber gesampelt, der das Album von Omik K rezensiert hat. Ich fand seine Aussage lustig, ein lustiger Typ halt. Hab ich dann einfach gesampelt, ich hoffe er ist nicht sauer.

Reset - Odd Job
Odd Job und sein Tape „Reset“ (Bild: Rap Circus)

Idiokratie (feat. Lun & Whzky Frngs)

Hier ist Whzky Frngs drauf – früher hieß er Short und hat bei der Crew ABS gerappt. Ich hab ihn in Köln über O-Flow kennengelernt und wir haben uns direkt gut verstanden. Er hat das Thema vorgegeben und Lun hat dann nachgezogen. Der Beat ist auf jeden Fall schon uralt – ich hatte den definitiv schon damals auf MySpace hochgeladen. Er ist also etwa von 2009, es ist auf jeden Fall der älteste Beat auf dem Release. Wer genau hinhört kann ja mal vergleichen, ob er zwischen Tape und digital (oder Tape und Vinyl) einen Unterschied hört.

Flee Hops (feat. Mase, The Finn & Lun)

Der Track ist auch sehr spät entstanden. Ich brauchte unbedingt noch einen Part von The Finn, denn ich wollte alle Funkverteidiger-Rapper drauf haben. Also bin ich nach Berlin gefahren und hab mich mit ihm getroffen. Danke noch einmal an Mr. Lipster, der sich Zeit für uns genommen hat und das Studio gebucht hat. Finn hat seinen 12er in Berlin gemacht, Lun und Mase haben ihre 12er in Leipzig gemacht. Die Aufnahmen waren die letzten, die entstanden sind. Mr. Lipster hat in Berlin noch richtig geil Freestyles auf dem Beat gebracht, aber ich konnte das ProTools-Projekt zu Hause nicht mehr öffnen, weil es auf einem neueren System recordet wurde. Sonst hätte man das auch noch irgendwie verbraten können.

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Word is Bond (feat. Maulheld)

Maulheld ist, genau wie ich, ein großer James Bond Fan. Er hat auch alle Filme zuhause auf Blu-ray. Wie hatten beide schon länger die Idee, einen Bond-Track zu machen. Das Sample ist auf jeden Fall auch von James Bond. Maulheld hat das ziemlich gut gemacht, da so eine Bösewicht-Stimmung zu erzeugen. Ein zweiter 16er wäre eigentlich auch cool gewesen, aber das haben wir aus Zeitdruck nicht mehr hingekriegt. Aber der Song funktioniert auch so super.

Antikarma (feat. Desert.D & Mase)

Das war glaube ich der erste Beat, den ich Desert.D geschickt hatte. Er und Mase kennen sich schon ewig und haben sich auch gefreut, mal einen Track zusammen machen zu können. Der Track ist halt Battle-Rap.

Interlude III (feat. Neo Kaliske)

Das hat Neo Kaliske eingesungen. Wir haben uns nachts auf der Karl-Heine vorm Späti getroffen und er hat mir das vorgesungen. Ich fand es fett und hab gesagt, er soll am nächsten Tag rumkommen um das für mein Album aufnehmen. Das hat er dann tatsächlich auch gemacht am nächsten Tag, ich hatte es schon wieder vergessen. Mit Neo Kaliske mache ich schon seit 2005 zusammen Musik. Deswegen ist es auch gut, dass er auf dem Album ist.

IRA (feat. Sonne Ra)

Der Song ist auch noch ziemlich jung. Sonne Ra war neulich zum Auftritt in Leipzig und hat bei mir übernachtet. Da ist dann auch der Text entstanden, wie man auch hört. Er erzählt da rückblickend und es ist ein ziemlich direkter Text, ohne groß über viele Ecken zu denken. Aber ich finde, er hat ganz schönes Ohrwurmpotential. Es ist auch einer meine Lieblingstracks auf der Platte. Für den Beat habe ich die meisten Sachen selbst eingespielt mit einem Yamaha SY35.

Kolibri (feat. Pierre Sonality)

Das ist der erste Track den ich bei mir aufgenommen habe, nachdem ich Ende 2015 umgezogen bin. Ich hatte noch nicht mal einen Mikrofonständer. Entstanden ist der Track einen Tag nachdem Pierre und The Finn zum Sendemast-Interview mit RAP CIRCUS in Leipzig waren und wir uns dabei zusammen die Kante gegeben haben. (lacht) Am nächsten morgen kam Pierre völlig euphorisch in mein Zimmer und meinte „komm, lass uns aufnehmen, mach irgendeinen Beat an“. Wir haben uns dann eine Behelfskonstruktion ausgedacht und das Mikrofon an die Wand geklemmt. Ich hab den Beat angemacht, Pierre hat das irgendwie so halb gefreestylet. Er hat immer mal so ein paar Zeilen gesagt, ich hab mich dann immer übelst totgelacht darüber und gemeint „schreib das auf“. Dann haben wir das einfach aufgenommen. Manche halten den Track für völlig bekloppt, andere finden ihn genial. Ich finde ihn super geeignet als Outro. Man muss halt nicht hinter allem einen Sinn suchen.

Das Album „Reset“ von Odd Job ist seit dem 17. September 2016 auf Bandcamp und als Tape im Direktvertrieb erhältlich. Im Herbst soll die Vinyl zum Release erscheinen.

Cover & Tracklist zu "Reset"

Cover von "Reset"
Cover von „Reset“


Tracklist

  1. Kingz (feat. Pierre Sonality)
  2. Reset (feat. Maulheld, DJ Lukutz & Mase)
  3. Glashütte (feat. Desert.D)
  4. Beastmode (feat. Lun)
  5. Interlude I
  6. Defizit (feat. Galv & Maulheld)
  7. Sipp Sipp (feat. Pierre Sonality, Maulheld, Mase & Katharsis)
  8. A Father’s Dream (feat. Katharsis & Exodus)
  9. König für 1 Tag (feat. Lars vom Dorf, Exodus & Maulheld)
  10. Primus (feat. O-Flow & DJ Lukutz)
  11. Odd Afternoon (feat. Pierre Sonality & AzudemSK)
  12. Für die Hater (feat. Enemies)
  13. Interlude II
  14. Idiokratie (feat. Lun & Whzky Frngs)
  15. Flee Hops (feat. Mase, TheFinn & Lun)
  16. Word is Bond (feat. Maulheld)
  17. Antikarma (feat. Desert.D & Mase)
  18. Interlude III (feat. Neo Kaliske)
  19. IRA (feat. Sonne Ra)
  20. Kolibri (feat. Pierre Sonality)

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