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Inside Tracks #3: dude26 über „Zimmer 26“

Die Rubrik INSIDE TRACKS erzählt Entstehungsgeschichten und Hintergründe von Musik. In Episode #3 spricht dude26 darüber, wie die Track seines Soloalbums „Zimmer 26“ entstanden sind.

Intro

Eigentlich hatte ich den Part mal auf einem anderen Beat gerappt. Der Part geht halt los mit den Worten „Ich lauf einfach los, und falls ich mich verlauf…“, und da dachte ich mir, das ist eigentlich auch ein cooler Opener für die Platte. Das Ding war dann relativ schnell eingetütet. Der neue Beat besteht ja nur was zwei, drei Chops. IAMPAUL hat den Bass gespielt. Ungelogen, in zehn Minuten war der Beat da und nach 20 Minuten war der Verse darauf recordet. Das ging Hand in Hand. Es war eine schnelle Nummer – und umso länger konnten wir den Track dann feiern an dem Tag.

Immerhin

„Immerhin“ ist für mich ein sehr wichtiger Track auf dem Album, weil er am meisten das trifft, was ich machen wollte. Deswegen ist er auch Track zwei geworden. Er ist smooth, aber er hat auch Bounce. Ich finde, es ist ein sehr runder Track. Er geht mir gut ins Ohr. Das Video haben wir in der Sächsischen Schweiz gedreht… IAMPAUL, phaeb und Arvid Wünsch haben mich begleitet und wir haben dort zu viert gechillt. Das ist gold wert. Es war auch das erste Mal, dass ich in der Sächsischen Schweiz gewesen bin. Auf jeden Fall muss man da mal hin, wenn man aus Leipzig ist. Mit dem Zug bist du in einer Stunde dort, und es fühlt sich an wie ein krasser Nationalpark. Supernice. Ich hab nur gute Erinnerungen an den Track.

Das große Ganze (feat. Galv)

Das ist auch schnell erzählt: Pierre Sonality hat in der Lola Bar in Leipzig eine Releaseparty zu seiner damaligen Magdeburg-Trilogie veranstaltet. Der Galv war schon eine Woche eher hier in Leipzig und hat mich gefragt, ob ich ihn einquartieren kann. Da hab ich ihm meine Wohnung überlassen. In der Zeit hab ich ihn halt kennengelernt und wir haben uns angefreundet. Seine Musik kannte ich schon vorher. Ich Feier überkrass was er macht, er ist ein extrem fresher Mensch und ein sehr guter Musiker, der interessante Sachen macht. Deswegen freue ich mich, ihn auf der Platte zu haben. Das große Ganze? Der Track geht um alles und nichts.

Interlude 1

Ich war mit Tsnd Mrk von den Dramadigs bei mir im Zimmer 26. Ich meinte, ich hole mal Tabak beim Kiosk. Dann kam ich zurück, und Tsnd Mrk hatte die Drums gemacht. Ich meinte „Alles klar, dann such ich das Sample raus“. Wir haben uns zusammen ein bisschen locker gemacht, ein paar Zigaretten geraucht und das Interlude geschraubt, das dann Anspielstation vier wurde.

Welt für sich

Wieder ein fresher Track, der nicht zu aufdringlich daherkommt. Ich mag die Drums und die Verses. Der Beat bietet Platz, nimmt nicht zu viel Raum ein und ich versuche mein Ding zu machen. (grinst)

Standby

Das ist eine Produktion von ILL Will aus Hamburg, den ich da zum Glück irgendwie begeistern konnte, einen Beat für meine Scheibe beizusteuern. Der Kontakt kam über Eloquent zustande. ILL Will ist schon lange aktiv und hat viel mit Leuten aus Hamburg gemacht, wie Dendemann oder Nico Suave, und hat auf dem Square One Album „Walk of Life“, das für mich ein sehr wichtiges Album ist, einen Track produziert. Ein erfahrener, erwachsener Mann, mit dem man sehr vernünftig Musik machen kann. Das funktioniert alles ohne Umschweife und sehr direkt. Ich mag den Track. Zu dem kann man sagen, dass die Hook ganz gut den Zwiespalt widerspiegelt, den man manchmal hat: Ob man jetzt mit den Leuten loszieht und den Kater morgen aussitzt, oder doch vielleicht was produktives macht und keinen Kater hat. Das ist dieser Zwiespalt, der mich manchmal umtreibt: „Ich brauch Zeit für mich, aber geb mir Bescheid“.

Kinderaugen

„Kinderaugen“ ist wieder eine Gastproduktion, diesmal mit Sterio aus Köln. Es ist die zweite Videosingle geworden, die ich mit Arvid verwirklichen konnte. Ich will jetzt nicht sagen, es wäre ein mega-biografischer Titel. Aber ich konnte in dem Track ganz gut verpacken, was ich so an Erinnerungen mit mir herumtrage von der Zeit, in der alles da draußen interessant wurde. „Kinderaugen“ ist als Zweites entstanden, also sehr früh im Produktionsprozess. Und ich bin ihn nicht leid – das ist immer wichtig für mich, dass ich die Sachen nicht so schnell überhöre, und dass ihnen eine gewisse Zeitlosigkeit innewohnt. Insgesamt ist mir der Track wichtig, und deswegen habe ich damit die B-Seite anfangen lassen.

Schlecht gemischt (feat. Chezz.One)

„Schlecht gemischt“ ist ein Song, der vor allem durch seinen hervorragenden Sound besticht. (lacht) Chezz.One war längst überfällig. Die Jungs – Chezz.One und Damian – haben uns schon super oft auf ihren Platten gefeatured. Die beiden waren die eigentlichen Mitbegründer von unserem Label Daily Concept und haben das damals ins Laufen gebracht. IAMPAUL hat uns den Beat angeschleppt, wir haben uns zu Hause bei mir locker gemacht. Wenn man es so sagen will, ist es der Track, der am meisten auf der Platte marschiert und auf ein festes Thema verzichtet. Superfreshe Cuts in der Hook auch von IAMPAUL. Ich mag das Ding.

Shadow of Love (feat. Flo Mega & JuJu Rogers)

Nach dem Feature-Beitrag auf „Monokultur“ war das jetzt schon die zweite oder dritte Zusammenarbeit mit Flo Mega. Er ist immer super motiviert und macht nicht lange rum, wenn man ihn fragt. Ich finde, er singt wie der deutsche Prince auf der Hook. Ich mag die Hook mega gern. Und JuJu Rogers kommt auch aus meiner Heimatstadt Schweinfurt – irgendwie war es klar, dass wir zueinander finden. Mittlerweile kennen wir uns auch schon seit vier Jahren. Ich feiere seinen musikalischen Werdegang extrem und auch sein neues Album, das ich mixen durfte. Er war sofort dabei, als ich gefragt habe. Es ist aus dem Grund für mich sehr interessant, weil er auf Englisch rappt. Es gibt sonst keinen englischen Part auf dem Album. Das ist jetzt nicht der Grund, warum ich ihn dabei haben wollte, aber es erweitert das Spektrum der Platte für mich. „Shadow of Love“ ist ein sehr spezieller Song, der hoffentlich seine Hörer finden wird.

Interlude 2

Das ist ein Beat, den IAMPAUL gebaut hat und der ursprünglich „Space Village“ hieß. Ich habe den Beat immer gemocht, weil er so eine Atmosphäre aufwirft – vor allem vor dem nächsten Track „Wild Street“. Ich hab ihn gefragt, ob ich ihn als Interlude verwenden kann, weil er perfekt das Feature mit phaeb introducet.

Wild Street (feat. phaeb)

„Wild Street“ ist dann das Feature mit phaeb, das auf einer dude26-Platte wahrscheinlich nicht fehlen darf. Er lässt mich nicht davonkommen, ohne dass ich ihn mit drauf nehme. (lacht) Es ist eine Hommage an die Straße, wie wir sie sehen. Damit ist alles gesagt zu diesem Track.

Spul zurück

„Spul zurück“ ist der letzte Track von „Zimmer 26“, der das Ding dann abschließt. IAMPAUL ist wieder an den Cuts, ich habe zwei Parts gerappt. Der Track ist sehr alt, ich glaube er existiert schon seit drei oder vier Jahren. Demnach ist es der älteste Track auf der Platte und kommt deswegen zuletzt. Das kann man so stehen lassen. Im besten Fall spult der Hörer zurück. (grinst)

Das Album „Zimmer 26“ ist erhältlich im Shop von Daily Concept, bei HHV und Bandcamp sowie bei Amazon und iTunes. Exklusiv bei HHV gibt es zudem die Instrumental-Vinyl zu „Zimmer 26“.

Cover & Tracklist - "Zimmer 26"

dude26 - Zimmer26 (Cover)
Bild: dude26/Daily Concept


Tracklist

  1. Intro
  2. Immerhin
  3. Das große Ganze (feat. Galv)
  4. Interlude
  5. Welt für sich
  6. Standby
  7. Kinderaugen
  8. Schlecht gemischt (feat. Chezz​.​One)
  9. Shadow of Love (feat. Flo Mega & JuJu Rogers)
  10. Interlude
  11. Wildstreet (feat. phaeb)
  12. Spul zurück


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