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Inside Tracks #1: Stylus MC über „Für das Spiel“

Die neue Rubrik INSIDE TRACKS erzählt Entstehungsgeschichten und Hintergründe von Musik. In Episode #1 erzählt Stylus MC, wie die Tracks seiner Platte „Für das Spiel“ entstanden sind.

YesYesYoShit (Beat: Caligari)

Der erste Track, das Intro der Platte „Für das Spiel“. Am Beat Caligari, DJ derbystarr macht die Cuts. Wir haben ein verrücktes Video auf dem Basketballplatz gedreht. Mit dabei war das Spaßmobil vom Kritikal27, mit hinten reingebauten Turntables. Das Video ist von Arvid Wünsch gedreht. Zur Entstehung: Mir hat ein Intro für die Platte gefehlt. Ich hatte halt noch ein paar Beats rumliegen, und der von Caligari war auch dabei. Fetter Beat! Dann haben wir eine Nachtsession bei DJ derbystarr gemacht, der die Cuts gemacht hat. Der ganze Prozess ging echt flüssig, ich hab den Text einfach rausgeschrieben.

Zielpunkt (feat. Merlin Alexander // Beat: Sandro PurpleGreen)

Der Schweizer Dude Merlin Alexander, genau. Er und seine Jungs machen extremst dolle da drüben, ich kann die Jungs echt hart feiern, ganz unabhängig von unserem Feature. Ich habe Kontakt zu Merlin Alexander über einen Produzenten aus Portugal bekommen, MZ BoomBap. Der hat mir Tracks von Merlin gezeigt und dann habe ich Merlin meine Tracks geschickt. Er hat die Musik gefeiert und wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir unbedingt mal ein Feature zusammen machen müssen. Der Beat ist von Sandro PurpleGreen, auch ein Schweizer, der krasse Beats macht und für Onyx schon Sachen gebaut hat. Cuts wieder von DJ derbystarr. Kann man so stehen lassen.

Moment (feat. Zen-Zin // Beat: SmoothyG)

Den würde ich fast sogar als Headliner-Track der Platte beschreiben. Für mich ist „Moment“ einfach am persönlichsten und tiefsten und hat mit Abstand die fetteste Hook. Ich danke Zen-Zin einfach nur für die Hook, denn sie ist einfach nur so fresh. Es war eine geile und unkomplizierte Zusammenarbeit. Ich hab Zen-Zin, der im Sudan lebt, zwei Beats geschickt und als Antwort kam innerhalb kurzer Zeit, er hätte was auf einem der Beats gemacht. Dann hat er mir sofort alle Spuren geschickt und den Text als Datei – das hab ich einfach nur gefeiert. Das Video von Arvid ist natürlich auch extrem krass gemacht. Der Beat ist von SmoothyG, der mittlerweile kaum mehr Beats macht, soweit ich weiß. Das Saxophon kommt vom Alex, der auch im Video zu sehen ist. Da haben wir direkt bei ihm im Hof und auf dem Dach gedreht.

Gekommen um zu bleiben (Beat: Melodic)

Der Name ist auf jeden Fall Programm. Wenn wir schonmal hier sind, dann müssen wir auch hier bleiben. Ich denke, es ist wichtig, konstant Sachen zu machen und sich zu zeigen und präsent zu sein, um auch bei den Leuten auf dem Schirm aufzutauchen. Produziert ist der Track von Melodic, mit dem ich auch grad an neuen Sachen arbeite.

Maschine (feat. Fatboi, Schattenparker, Orez Junk // Beat: Tapor)

Sehr geiles Ding mit den Jungs von Flowkost & Fallobzt: Fatboi, Schattenparker und Orez Junk. Die Cuts sind von Orez, der übrigens erst seit etwa einem halben Jahr scratcht. Der Beat ist von Tapor und ein nices Brett. Ich wollte die Jungs einfach auf meiner Platte dabei haben, denn die gehören für mich dazu. Inhaltlich geht es darum, dass wir eine Maschine haben, die die Leute mit unserer Musik beeinflusst. Jeder MC hat dabei seinen Part, den er zur Maschine beiträgt. Der Schattenparker ist der Dude, der die Teile für unsere Maschine klaut. Orez Junk ist der Software-Typ, der das ganze Ding programmiert, und Fatboi ist der Ingenieur, der die Maschine aufbaut. Ich bin dann dafür da, die Message herauszutragen und erzähle am Ende, was dadurch passiert.

Kettenreflex (Beat: Stylus)

Eigentlich ein Representer-Track. Der Beat ist mal ausnahmsweise von mir, den hatte ich auch speziell für diesen Track gebaut. Im Text sind natürlich ein bisschen eigene Erfahrungen und Beobachtungen eingeflossen. Ist ja bekannt wie es gehen kann, wenn man sich auf einer Party mal daneben benimmt oder so. Aber im Endeffekt wird nur representet. Muss ja auch mal sein. (grinst)

Das ist… (Skit)

Der Skit erzählt davon, was der Mensch will. Als ich das Sample gehört hab, hat es mich gekickt und ich musste es mit drauf machen. Der Skit spricht für sich.

Was willst du tun (feat. Daroi // Beat: 5th Sequence)

Ich frage den Hörer auf dem Track, was er tun will, wenn ein bestimmter Fall eintritt. Wir gehen einfach verschiedene Szenarios durch. Teilweise versuche ich auch, eine Lösung mit anzubieten, die für mich oder alle anderen hilfreich ist. Es geht halt darum, was man tun will, „wenn es so ist wie es halt ist“, wie die Hook schon sagt. Der Beat ist übrigens von 5th Sequence aus den Staaten. Der kommt aus Portland und war damals auch als Rapper auf meiner „Einspunktnull“-Platte gefeatured.

Wind (feat. Kritikal27 // Beat: Stylus)

Ist ein ruhiger und smoother Track. Der Beat ist wieder von mir, und Kritikal27 gehört als Homeboy einfach dazu. Es war für mich selbstverständlich, ihn mit auf die Platte zu nehmen. Und das nicht nur, weil es selbstverständlich ist, sondern weil ich ihn auch feiere. Es geht inhaltlich darum, die Maske abzunehmen, sein wirkliches Selbst zu zeigen und ehrlich zu sein. Das ist die Essenz des Tracks.

Für das Spiel (Beat: J-Beats)

Der Beat ist von J-Beats produziert. Eigentlich habe ich den Text auf einen anderen Beat recordet, der Track war gar nicht geplant für diese Platte. Er lag eigentlich nur rum und war nicht zum Release gedacht. Ich hatte den dann bei Soundcloud hochgeladen, quasi als Remix-Version. Dann dachte ich mir irgendwann: gut, der muss auf die Platte drauf. Inhaltlich wird alles, was auf der Platte passiert, nochmal in diesem einem Track zusammengefasst. Alles für das Spiel, und das jeden Tag.

Luxus Remix (Beat: Gammophon Finest)

Der musste einfach noch mit drauf. Wenn ich persönlich meine Tracks analysiere, dann gefällt mir der hier immer besonders gut. Warum? Weil ich beim Thema bleibe. Das fällt mir manchmal etwas schwer, weil ich doch hin und wieder etwas abschweife vom Thema. (lacht) Auch wenn der Track schon etwas älter ist, kickt er mich immer noch. Und das Thema ist nachwievor aktuell. „Cash rules everything around me“. Grammophon Finest hat da einen Beat gebaut, den ich auch seit längerem live nutze, wenn wir „Luxus“ spielen. Und das fast sogar lieber als den originalen Beat. Vom Gefühl her war es einfach richtig, den Track nochmal mit drauf zu nehmen.

Ein ausführliches Interview mit Stylus MC findet ihr hier.

Das Album „Für das Spiel“ von Stylus MC ist ab sofort als Standard-Vinyl (HHV, Bandcamp) und als Download bzw. als limitiertes T-Shirt inklusive Downloadcode bei Bandcamp. Eine streng limitierte, blau gesprenkelte Vinyl des Albums bekommt ihr außerdem in den Leipziger Plattenläden Musikhaus Kietz und Ohrakel Records in der Innenstadt sowie bei Bandcamp und bei Auftritten von Stylus MC.

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