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dude26: „Es dreht sich viel um den Sound“ (Interview)

Mit „Zimmer 26“ hat dude26 kürzlich sein Rap-Solodebüt über das Label Daily Concept veröffentlicht. Schon über zehn Jahre ist er als Beatmaker, Produzent, Mixing-Engineer und MC in ganz Deutschland unterwegs. Neben seinen Instrumentalplatten stand dabei bisher vor allem sein Duo dude&phaeb im Fokus. Der gebürtige Schweinfurter und mittlerweile Leipziger sprach im Interview mit RAP CIRCUS über die Erfahrungen des Solo-Projekts, Persönlichkeit in Texten, Mixing & Producing und das Berufsbild des Musikers.

Wenn man dein Album „Zimmer 26“ hört, machst du einen sehr reflektierten und ausgeglichen Eindruck. Würdest du dich selbst auch mit diesen Worten beschreiben?

dude26: Interessant, dass man das aus den Tracks raushört. Es wäre natürlich etwas zu hoch gegriffen zu sagen, ich wäre in jeder Lebenslage reflektiert und ausgeglichen. Es gibt auch mal Phasen, wo einem ein bisschen die Felle davon schwimmen. Phasen, wo man sich Fragen existentieller Art stellt und wo es dann vielleicht auch mal kurz ein bisschen unruhig wird in einem selber. Am Ende bin ich natürlich darum bemüht, dass ich mir mit der Mucke meinen Ausgleich schaffe. Die Mucke ist halt Teil des Programms, das mich im besten Fall zu einem ausgeglicheneren Menschen macht.

Die Sound der Platte ist durchgehend entspannt und gechillt. Du rappst auf „Zimmer 26“ trotzdem mehrmals darüber, dass du ein unruhiger und getriebener Mensch bist.

dude26: Musik ist für mich schon immer etwas gewesen, wohin ich mich zurückziehen und entspannen kann. Ich finde dort etwas Ausgleich. Das künstlerische Schaffen ist ja immer auch ein sich-nicht-zufrieden-geben, um sich anzutreiben und weiter zu machen. Ich habe gestern Nacht einen Beat gebaut, vorgestern Nacht was recorded und bringe gerade ein Album raus… aber irgendwie hat man das Gefühl, man muss weiter machen. Das hat so etwas leicht wahnhaftes. Dadurch kommt die Getriebenheit zustande: Man ist immer auf der Jagd nach dem noch fresheren Beat, vielleicht kann man auch textlich eine Schippe drauflegen. Es ist so, dass man da jeden Tag rotiert. Ich kann mich auch schlecht ausklinken aus diesem Denken. Es dreht sich viel um den Sound.

Weitet sich deine Getriebenheit auch auf andere Lebensbereiche aus?

dude26: Mittlerweile ist das Musik-Ding auch zu einem Job geworden, der mich existentiell über Wasser hält. Dadurch habe ich auf dieser einen Sache schon meinen vollen Punch, würde ich sagen. In anderen Bereichen versuche ich dann, eher nicht so getrieben zu sein. Ich wage zu bezweifeln, dass ich überall so agiere wie bei der Musik. Da bin ich halt schon ein sehr ambitionierter Mensch. Im besten Fall kann ich dann an anderen Orten ein bisschen mehr Ruhe reinbringen. Die Mucke ist mir wichtig und daran arbeite ich auch fast jeden Tag, um es voranzutreiben.

dude26 - Zimmer 26
Bild: RAP CIRCUS

Welche Rolle spielt der Film „The Big Lebowski“ für dich?

dude26: Ich hab „The Big Lebowski“ supergern gesehen, vor allem auf Englisch. Das ist ein doper Film. Ich hab den früher mit einem damaligen Kumpel hoch und runter gekuckt. Der Dude aus „The Big Lebowski“ hat aber keinen konkreten Hintergrund zu meinem Namen, auch wenn man das denken könnte. Das „dude“ in meinem Namen kommt vom Taggen damals in der achten Klasse. Ich fand diese Buchstabenkombination d-u-d-e ganz cool. Dadurch, dass es bei uns in Schweinfurt, wo ich geboren bin, mehrere Kasernen gab, wo amerikanische Soldaten stationiert waren, war das auch eine Zeit lang mein Rufname von Leuten, die meinen bürgerlichen Namen nicht kannten. So wie „Ey Alter, komm mal her“ oder so, haben die mich halt immer „Dude!“ gerufen. Daher kommt halt der Name. Big up an diesen geilen Film – aber in meinem Fall hat „The Big Lebowksi“ nicht die konkrete Rolle gespielt.

Hast du eine Lieblingsszene aus dem Film?

dude26: (lacht) Auf jeden Fall Mann! Ich kann es jetzt nur auf Englisch sagen. Und zwar die Szene, als sie im Bowlingcenter sitzen und Walter zu dem einen Typ – Jesus, der Latino im lila Anzug – sagt, dass der ein „Pederast“ ist. Jesus gibt dann die Ansage „Nobody fucks with the Jesus“. Die Szene ist auf jeden Fall killer! (lacht)

Du hast grad schon über den ersten Teil deines Namens gesprochen. Die Zahl in deinem Künstlernamen hat soweit ich weiß ihre Ursprünge im Eishockey, oder?

dude26: Ja, die Zahl hat so ein bisschen den Hintergrund, dass ich die 26 immer auf meinem Trikot stehen hatte. Ein Mensch, der mir sehr wichtig war am Anfang meines musikalischen Schaffens, hat halt auch diese Nummer: Keim30, ein Homie von mir aus Schweinfurt. Ich fand das cool und wollte mir auch eine Nummer hinparken. Es war eine Geschmacksentscheidung. Wir hatten einen Track fertig für ein Tape und dann hat er mich gefragt, was er drauf schreiben soll. Und dann hab ich gesagt: „Schreib dude26 drauf!“ (lacht)

Wie war deine Herangehensweise an die Produktion von „Zimmer 26“?

dude26: Das ist eigentlich ganz simpel erzählt. Um textlich irgendwie zurande zu kommen, brauche ich einen Beat im Studio, der mich einfängt. Also war die oberste Prämisse, ein paar Beats zu haben, die einen inspirieren. Demnach haben wir eigentlich immer schon Beats herumliegen. Wir habe da für die Scheibe ein paar Beats herausgesucht und dann noch ein, zwei andere Leute mit ins Boot geholt. Gastproduktionen sind unter anderem von ILL Will aus Hamburg und von Sterio aus Köln drauf. Und die Dramadigs in Form von Tsnd Mrk waren hier auch mal kurz vor Ort bei mir und haben etwas beigesteuert. Abgesehen von eigenen Produktionen hatte ich auch das Glück, dass ich superfreshe andere Leute an Bord hatte, die ich musikalisch feiere. Für mich ist das was besonderes, denn dann muss ich nicht alles komplett selber produzieren. Hier vor Ort habe ich immer mit IAMPAUL an der Platte gesessen. Er hat unter anderem bei dem Intro mitgearbeitet und beim Feature mit Chezz.One. Das macht einfach Bock, zusammen abzuhocken, zu schauen was geht und wo man noch was machen kann. Wir sind auch ziemliche Nerds, wir können auch lange drüber reden ob der Beat im Mix gut steht und schrauben da rum, bis der Beat in unseren Augen knallt. Ja, so war das.

Du hast neulich in einem Interview erzählt, du verbindest mit deinen Releases immer die jeweilige Zeit der musikalischen Entstehung. Im welchen Zeitraum ist „Zimmer 26“ entstanden und was sind die wichtigsten Ereignisse, die du damit verbindest?

dude26: Entstanden ist das Album eigentlich relativ direkt nachdem die „Monokultur“-Scheibe fertig war. Dazwischen hatte ich noch ein Beatrelease, diese „The Nightlife Instrumentals“ Scheibe, und dann habe ich mich eigentlich postwendend an das Album gesetzt. Zeitlich ist das dann so Anfang 2014 einzuordnen. Für mich ist es allein deswegen etwas besonderes, weil es mein erstes reines Solo-Release ist. Es gab vor Urzeiten mal eine EP, die ich auf Platte rausgebracht habe. Das ist aber sehr lange her und das kann ich mir heute auch nicht mehr so gut anhören. (lacht) Was ich rückblickend immer in Erinnerung behalten werde ist auf jeden Fall, dass ich trotz Solo-Release superviel Unterstützung von allen Seiten bekommen habe – sei es von meinem Label Daily Concept, von IAMPAUL im Studio, von phaeb, der auch mit an Ideen reingegeben hat und sich um die Covergestaltung gekümmert hat. Das ist das, was mir am besten in Erinnerung bleibt: Dass ich ein Umfeld habe, das mich unterstützt und das an das glaubt, was ich mache. Diese Erfahrung gibt mir superviel Zuversicht für kommende Sachen.

Inwiefern war phaeb in die Covergestaltung involviert?

dude26: phaeb und ein weiterer Fotograf haben sich um das Cover gekümmert. Die haben das mit einer alten Mittelformatkamera aufgenommen und wir mussten extra ein spezielles Stativ aufstellen. Das Cover schaut super simpel aus, als hätte ich es einfach von meinem Kopf weg geschossen. Aber wir mussten das Stativ und die Kamera ewig ausjustieren, bis wir das Motiv in den Schärfebereich bekamen. Das abgefahrene ist: Während der Fotograf ausgelöst hat, musste ich die Schärfe selbst einstellen und durch die Kamera gucken. phaeb ist halt ein echt interessierter Mensch, was Fotos angeht. Er hat ja auch das „Monokultur“-Cover geschossen. Er kam mit der Grundidee für das Cover zu „Zimmer 26“ um die Ecke, inspiriert durch unseren Homie Skor72.

dude26 - Zimmer 26
Bild: dude26/Daily Concept

Ihr habt also genauso viel Liebe ins Artwork gesteckt, wie auch in die Musik.

dude26: Genau. Wir stehen halt auf analoge Fotos, weil die anders daherkommen als ein Schuss von einer digitalen Kamera. Die analogen Kameras haben halt ein bisschen mehr Körnung und Struktur im Bild, und dann hast du da noch ein bisschen Staub. Am Ende hast natürlich nicht 300 Fotos und siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, sondern es bleibt übersichtlich. Wir hatten ungefähr zwölf Fotos, und eins davon wurde dann das Cover für „Zimmer 26“. Das ist ein großer Vorteil der analogen Technik generell. Heute kann man 150 Spuren in einem Audioprogramm aufmachen und 100 Takes recorden. Früher gab es nur ein Magnetband – und weil das Band teuer war, hat man auch nicht 100 Takes recordet und erst angefangen aufzunehmen, wenn der Text auch sitzt. Ähnlich ist es mit Fotos halt auch. Ich mag diese Eingrenzung der Möglichkeiten, um sich dann für etwas konkret zu entscheiden.

Wo wir grad bei Technik sind: Wie sieht denn dein Setup im Studio aus?

dude26: Mein Setup ist relativ schnell beschrieben. Ich hab einen Laptop, wo ich diverse Programme wie Cubase, Reason und Ableton drauf habe. Dann habe ich eine MPC 2000 XL und eine MPD 24, ein Keyboard, zwei Plattenspieler und einen Battlemixer und einen kleinen 4-Kanal-Mixer, wo alles zusammen läuft. Dann natürlich noch Boxen, die ich sehr gut kenne. Ein relativ kleines Homestudio – um das zu machen, was ich will, reicht es sehr gut aus.

Einer der Gastparts auf „Zimmer 26“ kommt von Galv. Habt ihr noch weitere gemeinsam Tracks in der Pipeline?

dude26: Ja, ich habe auch noch einen Remix für Galv geschraubt. Er bringt jetzt eine Platte raus über Daily Concept, das ist seine erste LP auf Vinyl.

Das ist nicht die Platte, die auf Muther Manufaktur kommen wird, oder?

dude26: Nein. Er wurde bereits von der Muther Manufaktur abgeworben. Das ist sehr tragisch, denn es ist ein großer Verlust. Galv war aber auch nie wirklich bei Daily Concept. Er ist praktisch mal kurz vorbei gesneakt, schmeißt eine Platte ins Universum und macht weiter nach Hamburg. (lacht) Aber die Platte kommt. Sie heißt „Ogyarre“ und ich habe ihm da auch einen Track für produziert. Er war 2014 mal eine Woche bei mir und da haben wir uns richtig kennengelernt. Diese eine Woche hat gezeigt: Er ist so ein Kerl, der gern zwei, drei Lieder an einem Tag macht. Er steht morgens auf, hat dann auch Mittags schon was fertig, dann will er mal ein bisschen spazieren gehen und dann macht er weiter. Wir haben also durchaus noch ein bisschen was auf Halte, aber die nächste Zusammenarbeit ist auf seiner kommenden LP „Ogyarre“ zu hören, die bis Ende des Jahres bei Daily Concept rauskommt.

Wie frustrierend war es für dich, als du vom Presswerk die Nachricht bekamst, dass dein Release sich verschieben wird?

dude26: Das ist nie schön zu hören. Ich kann die Platte ja nicht an den Mann bringen, wenn sie nicht da ist. Das ist schade und da muss man Geduld aufbringen. Wie hab ich mich dem entzogen? Ich hab ein neues Release gemacht! (lacht) Da musste ich dann darüber nicht so oft nachdenken. Es handelt sich in dem Fall um eine Beatscheibe. Es kommt also eine weitere Instrumental-Platte von mir.

Wir haben vorhin schon über deine reflektierte Art gesprochen. Die Frage ist: Was macht dich wütend oder lässt dich aus der Haut fahren?

dude26: „Reflektierte Art“ klingt so, als würde ich die ganze Zeit grübelnd durch die Gegend laufen. So bin ich aber auf jeden Fall nicht. Ich bin ein emotionaler Mensch, und die Leute, die mich kennen, wissen auch, dass ich im falschen Moment auch mal kurz die Fassung verlieren kann und dann ein bisschen impulsiv werde. Wenn meine Mucke eine Ausgeglichenheit widerspiegelt, dann aus dem Grund, weil ich diese Ausgeglichenheit ja auch selbst in meiner Mucke finde. Und das ist etwas, das ich mir auch in meinem Alltag erschaffen will. Dass mir das immer gelingt, wäre vermessen zu behaupten.

Und was lässt dich nun aus der Haut fahren?

dude26: Ach ja. (grinst) Was lässt mich aus der Haut fahren? Wenn Leute nicht das Potential ausnutzen, das sie in sich tragen. Das stresst mich richtig, wenn ich sowas an Freunden beobachte. Dann natürlich auch persönliche Dinge. Außerdem Scheinheiligkeit, aufgesetztes Getue und wenn jemand nicht offen und direkt seine Meinung sagt, aber hinten rum viel erzählt. Solche Sachen eben.

Welche Musik läuft bei dir privat?

dude26: Privat höre ich definitiv auch viel Deutschrap. Vor allem aus Neugierde. Es gibt ja viele Rapper, die in Interviews behaupten, sie hören gar keinen Deutschrap. (lacht) Das hab ich schon oft gehört, bei voll vielen Leuten. Das ist dann komisch, dass alle Leute, die selbst Teil dieser Szene sind, von sich behaupten sie hören diese Musik gar nicht. Seit ich 15 bin höre ich immer schon Deutschrap. Darüber hinaus natürlich amerikanischen Rap. Sachen wie Mos Def oder The Roots. Q-Tip ist für mich ganz weit vorn und war für mich immer eine ganz krasse Inspiration. Alles was A Tribe Called Quest gemacht hat, sind so Sachen, wo man sich auf lange Sicht viel für die eigene Musik rausholen konnte. Klar checkt man dann auch neue Leute ab, ob international oder hierzulande.

Und wie steht es um Leipziger Artists?

dude26: Klar, da höre ich Rapper und auch Beat-Dudes. Was pumpe ich hier von anderen Leuten? Was das Funkverteidiger-Lager macht feiere ich, und was Mase und Maulheld so machen. Wenn man die trifft, ist das auch immer chillig. Dann gibt es noch ein paar Beat-Leute wie Rufus Grimes oder Schmeichel, die auch unserem erweiterten Umfeld angehören und dope Sachen machen, genau wie Ranko vom OverDubClub. Die Obskuriosen sind ja auch noch am Start und machen viel, Jahmica hat eine Scheibe rausgebracht. Man bekommt also mit was geht, respektiert sich auch und checkt ab, was die Leute so machen. Um auf deine Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich höre echt viele Sachen, aber alles aufzuzählen wäre jetzt auch zu viel.

Gehst du noch auf Cyphers?

dude26: Ich gehe noch auf Cyphers. Öfters aber um ein Bier zu trinken, als zum Rappen. Ich sitze ja schon so die ganze Zeit an der Musik. Auf Cyphers beobachte ich gern und trinke ein Bier. Ich gehe gern auf Cyphers, aber phaeb geht viel mehr auf Cyphers als ich, denn ich sitze dann öfters zu Hause an der Kiste und mache Beats. Aber ein, zwei Mal im Monat mache ich schon los.

Warst du schonmal auf einer der „Open-Mic-Am-Dienstag“-Sessions, die seit Anfang 2015 in Leipzig stattfinden?

dude26: Ja, zwei oder drei Mal war ich schon da. Hab ich auf dem Schirm. Als ich dort das erste Mal war, gab es einige MCs, die ich auch bisher gar nicht kannte. Aber das finde ich interessant, und das ist auf jeden Fall auch das coole an Leipzig: Wenn du Bock hast, in Sachen Rap oder Musik was zu machen, gibt es hier viele Anlaufstationen. Probs an die Leute, die das hochziehen!

dude26 - Zimmer 26
Bild: RAP CIRCUS

Inwiefern siehst du dich mit deiner Musik in einer sozialen oder politischen Verantwortung?

dude26: Also ich glaube, wenn man Texte schreibt, hat man ein Stück weit immer eine Verantwortung gegenüber dem Inhalt, den man aufs Blatt bringt. Klar schwingt bei dem, was ich mache, auch immer so etwas wie eine moralische Haltung mit. Ich hoffe, das kommt nicht so Zeigefinger-mäßig rüber, denn das finde ich immer schlimm. Ich persönlich mache eher zu, wenn das so belehrend ist, und deswegen versuche ich den Zeigefinger in der Regel auch zu vermeiden. Neben dem moralischen wohnt meinen Texten auch eine humanistische Haltung inne. Ich fand es halt schon immer cooler, die Türen aufzumachen, anstatt Leute auszugrenzen oder ihnen vor den Kopf zu stoßen. Es gibt hierzulande viele MCs, bei denen in Texten Ignoranz und Sarkasmus allgegenwärtig sind. Meinetwegen sind das auch legitime Stilmittel, aber ich will in meinen Texten nicht nur rumpissen, weißte? Ich will, dass sich der Hörer vielleicht auch was für sich rausziehen kann und von daher versuche ich, gewissenhaft vorzugehen was meinen Schreibprozess angeht. Und ich glaube, das gelingt mir auch ganz gut.

Du bist ja nicht nur Rapper und Produzent, sonder auch im Mixing tätig. Wo kann man Mixes von dir hören?

dude26: Angefangen hat es über eigene Releases, die ich seit eh und je immer gemixt habe. Die ganzen dude&phaeb Alben, das jetzige Album „Zimmer 26″… dann hab ich viel für Eloquent gemixt, aktuell für J Who – sie ist eine Lady aus der Schweiz, die nebenbei gesagt auch sehr dope rappt. Für JuJu Rogers habe ich das neue Soloalbum gemixt. Außerdem natürlich für die Labelkollegen bei Daily Concept wie Hubert & Mehmet oder Chezz&DAM. Für Beppo S. & Peter B. habe ich auch schon was gemixt. Das mit dem Mixen ist eine Sache, die mich ungemein interessiert, weil ich mich gern auch dem Sound anderer Leute annehmen, bei dem ich jetzt keine musikalische Beteiligung hatte. Einfach um mir die Frage zu stellen: Wie ist Musik gemeint und wie kann man sie dastehen lassen?

Abschließende Frage: Was ist für dich das Beste am Leben als Musiker?

dude26: Abgesehen von der Tatsache, dass ich nicht Montagmorgen um 6 Uhr raus muss und meine Stechkarte irgendwo durch einen Automaten ziehe, und abgesehen davon, dass ich weitestgehend selbstbestimmt meinen Alltag durchlebe, ist eines der besten Dinge am Musik machen, dass man das Land sieht. Über die Jahre hat man echt viele Städte gesehen, viele Leute kennengelernt und sich connected. Für jemanden, der so etwas wie die Musik nicht hat, ist das wahrscheinlich nicht möglich. Klar, wenn man keine Musik macht, dann kann man sich auch durch andere Möglichkeiten Städte-technisch vernetzen. Aber die Musik bietet da eben viele Möglichkeiten. Ich habe so viele Menschen kennengelernt, die auch irgendwie Einfluss auf einen genommen haben und einen inspiriert haben. Das ist eigentlich das Beste und das, worauf ich mich am meisten freue: Was kommt da noch, wo spielt man Shows und wie werden die Shows. Eigentlich ist das das Schönste – dass man rumkommt.

Das Album „Zimmer 26“ von dude26 ist seit Anfang Oktober im Shop von Daily Concept, bei HHV und Bandcamp sowie bei Amazon und iTunes erhältlich. Exklusiv bei HHV gibt es zudem die Instrumental-Vinyl zu „Zimmer 26“.

Cover & Tracklist - "Zimmer 26"

dude26 - Zimmer26 (Cover)
Bild: dude26/Daily Concept


Tracklist

  1. Intro
  2. Immerhin
  3. Das große Ganze (feat. Galv)
  4. Interlude
  5. Welt für sich
  6. Standby
  7. Kinderaugen
  8. Schlecht gemischt (feat. Chezz​.​One)
  9. Shadow of Love (feat. Flo Mega & JuJu Rogers)
  10. Interlude
  11. Wildstreet (feat. phaeb)
  12. Spul zurück

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